Saison 2016/2017

In „Teatro Delusio“ am 29.09.16 nahmen die virtuosen Maskenspieler der „Familie Flöz“ ebenso humorvoll wie poetisch die eigene, schillernde Theaterwelt ins Visier. Ob unwirsche Hausmeister, verirrte Triangelspieler oder strenge Theaterdirektoren, hinter dem Vorhang liebte, litt, schmachtete und kämpfte das gesamte Theaterpersonal. Mithilfe raffinierter Licht- und Toneffekte erweckten drei Darsteller in rasanten Masken- und Kostümwechseln ein komplettes Theater zum Leben.

Bereits 2003 befasste sich Ariane Mnouchkine mit der Flüchtlingskrise und gab den Fliehenden mit „Die letzte Karawanserei“ ein Gesicht. Das Metropoltheater München machte aus diesem Stück kein nüchternes Dokumentartheater, sondern eine bildreiche Szenenfolge von ergreifenden persönlichen Flüchtlingsdramen. Am 13.12.16 kam die preisgekrönte Inszenierung nach Fürstenfeld.

Das Staatsschauspiel Stuttgart setzte sich am 24.03.17 in „Das Fest“ mit einem sozialen Tabu auseinander: Geschäftsmann Helge feiert seinen 60. Geburtstag, doch die ausgelassene Stimmung kippt, als der Sohn erzählt, wie sein Vater ihn und seine Schwester als Kinder missbraucht hat. Die spielerische Inszenierung erleichterte das Thema, und stellte doch bohrende Fragen um eigenes Versagen, um Verdrängen, Schuld und Sühne. Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2015.

 

 

 

 

Am 30.04.17 brachte das Schauspiel Frankfurt den Klassiker „Der zerbrochene Krug“ Heinrich von Kleists auf die Bühne. Sehenswert und höchst unterhaltsam, wie Kleists Pointen den falschen Schein verlogener Moral- und Rechts-Vorstellungen entlarven! Im Bühnenbild der Sechziger Jahre stellten die spielfreudigen Darsteller ihre Figuren lustvoll bloß.

Maliphant bildete am 01.06.17 den krönenden Abschluss der Saison. Die Stücke des neuen Programms glänzten durch eine einzigartige Synthese aus Licht, Bewegung und Raum. Die sinnlichen, emotionalen Bewegungen aus Klassik und Moderne zeichneten den einzigartigen ästhetischen Stil Maliphants und seines kongenialen Lichtdesigners Michael Hulls aus.